Nur eine Woche nach der erfolgreichen Berliner Meisterschaft gingen unsere qualifizierten Judolöwen bei der Nordostdeutschen Meisterschaft an den Start.

In der U18 -60 kg erwartete Theo erwartungsgemäß eine stark besetzte Wettkampfliste. Den ersten Kampf konnte er leider nicht gewinnen, steigerte sich dann aber in der Trostrunde merklich: Nach kurzem Griffabtausch konnte Theo seinem Gegner einen dominanten, engen Griff aufzwingen. Aus dieser gegenüber der BEM wichtigen Optimierung seiner Technik folgte sogleich ein traumhafter 
Uchi-mata – Ippon! Auch den zweiten Kampf begann er selbstbewusst, aktiv und technisch variabel, legte regelrecht akrobatische Ausweichmanöver hin, um den Angriffen seines Gegners zu entkommen, ließ sich letztlich aber leider von einem geschickten Seoi-nage des Gegners doch noch erwischen. 
So endete für Theo der Wettkampf mit Platz 7. Auch wenn mehr möglich gewesen wäre, kannst du stolz auf deine Leistung sein, Theo! Herzlichen Glückwunsch zum erfolgreichen Wiedereinstieg in die großen Turniere!

Catalina, die bei der BEM noch krankheitsbedingt passen musste, wurde in der U18 gesetzt und nun gefordert, ihre drei Gegnerinnen im Pool zu besiegen. Die ersten beiden Kämpfe gegen die Konkurrenz aus Mecklenburg-Vorpommern lagen durch technische und organisatorische Schwierigkeiten zeitlich weit auseinander. Catalina ließ sich aber nicht beirren und besiegte die Landesmeisterin aus Rostock und die Zweitplatzierte aus Schwerin beide mit ihrem schnellen und tiefen Seoi-nage. Der dritte Kampf war dann doch so etwas wie ein (Berliner) Finale, da ihre Gegnerin als Berliner Meisterin ebenfalls die Mecklenburger Kontrahentinnen besiegt hatte und es nun um Gold ging. Hier konnte Catalina den erfolgreichen Seoi-nage leider nicht mehr wirksam anbringen und auch keine alternativen Techniken zum Erfolg nutzen. Zudem gab sie auf einen gut platzierten Angriff der Gegnerin eine Wertung ab, sodass sie sich über die Zeit mit dem Rückstand geschlagen geben musste. Als Nordostdeutsche Vizemeisterin in der U18 konnte sie sich jedoch erstmals für die Deutsche Meisterschaft qualifizieren. Gratulation, Cata, und viel Erfolg für die erste DEM in Leipzig am 9. Oktober!

In der U15 startete Arvid -55 kg selbstbewusst und mit schnellen Reaktionen, konnte seine Angriffe im ersten Kampf aber nicht erfolgreich abschließen und gab im Eifer des Gefechts eine Wertung an den Berliner Meister ab, die er über die verbleibende Kampfzeit nicht ausgleichen konnte. Die Enttäuschung über die Niederlage währte jedoch nicht lange: Arvid kämpfte sich in der Trostrunde erneut ran, agierte wachsam und taktisch klug, konnte Hinweise von außen effektiv umsetzen und bezwang seine nächsten beiden Gegner schließlich mit Haltegriff. Dass der Kampf um Platz 3 schneller als erwartet folgte, kostete Arvid auf dem Weg zur Matte noch einiges an Nerven, doch als „Hajime“ ertönte, bewies er mentale Stärke, wechselte zurück in seinen konzentrierten und ausdauernden Kampfmodus, verteidigte geduldig alle Angriffe des Gegners und forcierte seinen eigenen, bis er sich schließlich verdient durchsetzen konnte. Herzlichen Glückwunsch zur Bronzemedaille, Arvid, die sich nach den letzten Monaten der krankheitsbedingten Zwangspausen und dem medaillenlosen 5. Platz bei der BEM umso besser anfühlen dürfte!

Nicht weniger kämpferisch trat Chila als Bronzemedaillist der BEM in der Gewichtsklasse +66 kg an. Ärgerlicherweise ließ er sich im ersten Kampf aber von einem Fußfeger des Gegners überrumpeln und rutschte somit ebenfalls in die Trostrunde. Im zweiten Kampf vermochte er seine Konzentration und Kräfte zwar besser zu bündeln und konnte sich folglich mit Tai-otoshi und Haltegriff durchsetzen.
Seine ihn auszeichnende Kraft und Ausdauer waren aufgrund erkältungsbedingter Erschöpfung jedoch nicht wie gewohnt über das gesamte Turnier verfügbar: An den deutlich schwereren Gegner im folgenden Kampf tastete sich Chila zwar mit eigenen Ansätzen heran, konnte diese aber nicht erfolgreich durchbringen. Ein kraftvoller O-soto-gari des Kontrahenten erwischte ihn und beendete schließlich jegliche Medaillenhoffnung. Am Ende stand Platz 7. Kopf hoch, Chila! Beim nächsten Mal kommst du umso stärker zurück!

Pech hatte in derselben Gewichtsklasse auch unser amtierender Berliner Vizemeister, Luca. Krankheitsbedingt musste er seine Teilnahme leider absagen. Wir wünschen gute Besserung!

Bei den Mädels der U15 musste unsere Berliner Meisterin Josi zunächst lange Geduld beweisen, bevor ihre Gewichtsklasse -48 Kg aufgerufen wurde. Dann wurde es im ersten Kampf aber sehr spannend: Nach ausgeglichenen Angriffen beider Kämpferinnen konnte Josi zunächst einen Haltegriff ansetzen und damit eine Wertung erzielen, bevor sich die Gegnerin daraus befreite und nun ihrerseits festhalten konnte. Josi warf jedoch alles, was sie an Beweglichkeit und Kraftausdauer aufzubieten hatte, auf die Tatami und konnte sich dadurch wenige Sekunden vor der Niederlage befreien. Sichtlich erschöpft konnte sie nur knapp den nächsten Angriffen der Gegnerin entkommen, sich dann aber im Kampfverlauf erholen und selbst wieder angreifen. Nach einigen Versuchen führte der bewährte 
Tai-otoshi wenige Sekunden vor Ende der Kampfzeit zum Erfolg. Nach diesem nervenaufreibenden Kampf ging Josi ins Halbfinale und entschied dieses nach konzentrierter und unbeirrter Kampfleistung ebenfalls für sich. Im Finale wartete Josi noch einmal mit bewährten, aber auch alternativen Angriffen auf, die indes leider nicht zum Erfolg führten. Die Gegnerin gewann die Oberhand und konnte den Kampf schließlich für sich entscheiden. Josi zeigte über den gesamten Wettkampf eine starke physische Leistung und mentale Stärke. Herzlichen Glückwunsch zur verdienten Silbermedaille, Josi!

In der Gewichtsklasse -57 kg stand Nala zunächst der Brandenburger Vizemeisterin gegenüber, die von der ersten Sekunde an ihre Ambitionen deutlich machte. In einem hart umkämpften Duell parierte Nala ihre aggressiven Angriffe aber souverän. Eine Kontertechnik gegen den Hüftwurf der Gegnerin blieb gemäß U15-Reglement noch ohne Wertung und auch dem darauffolgenden Haltegriff-Ansatz von Nala konnte die Kontrahentin knapp entkommen. Dem nächsten Gegenangriff musste sich die Frankfurterin aber geschlagen geben: Auf einen weitergeführten Uchi-mata-Ansatz mit Waza-Ari folgte direkt der Punktgewinn am Boden. Gegen die Mecklenburger Landesmeisterin machte Nala im anschließenden Halbfinale kurzen Prozess: Als die Rostockerin Nalas ersten Angriff verteidigt glaubte, setzte sie blitzschnell in die entgegengesetzte Richtung um. So hieß es nach wenigen Sekunden: Ippon! Im Finale sollte mit der Brandenburger Meisterin die stärkste Gegnerin des Tages auf sie warten. Angriffsmöglichkeiten ließ diese kaum zu und wenn, wehrte sie Nalas Offensiven im Stand und am Boden ab; umgekehrt galt dasselbe – ein Zweikampf auf Augenhöhe! Taktisch von Lea gut eingestellt gelang es Nala, die Konkurrentin zunehmend zu Fehlern zu zwingen. Ein versuchter Befreiungsschlag der Oranienburgerin mündete in einen für sie selbst gesundheitsgefährdenden Angriff, weshalb sie schließlich disqualifiziert wurde. Nach der Berliner Meisterschaft holte Nala damit den zweiten Titel.   Herzlichen Glückwunsch, Nordostdeutsche Meisterin!

NODEM U15 Arvid Jacob -55 kg
NODEM U15 Josianne Winziers -48 kg
NODEM U18 Catalina Saenz -48 kg
NODEM U15 Nala Carus -57 kg